Der Attentäter und der Polizist


(Straße, Gedränge, Attentäter läuft an sein Opfer vorbei. Kurz nachdem er es passiert hat, kippt dieses zu Boden. Die Menge gerät in Panik, der Attentäter geht weiter, betritt ein Gebäude und versteckt sich dort in einem dunklen Abstellraum hinter verstaubten Möbeln. Das Licht wird gedimmt ausschließlich auf den Raum fokussiert. Kurze Zeit später erscheint ein Polizist in den Raum. Er richtet sich seine Uniform, plötzlich richtet er sich auf und durchsucht den Raum. Er entdeckt den Attentäter und dieser ihn.)
Polizist (entschlossen): Sie sind verhaftet
(Attentäter und Polizist ziehen gleichzeitig ihre Pistolen.)
Attentäter: Patt. Regeln wir das ohne Waffen.
Polizist. Einverstanden. Legen wir die Waffen auf den Boden und entfernen uns vier Schritte.
(Sie legen die Waffen auf den Boden und entfernen sich die vier Schritte)
Attentäter: Wollen wir wirklich stehen?
(Holt zwei verstaubte Stühle aus den Gerümpel der herumstehenden Möbel hervor. Beide setzen sich.)
Polizist: Wieso morden Sie überhaupt? Sie sind ein anständiger Kerl.
Attentäter: Und Sie? Warum führen Sie das Gesetz aus ohne es zu hinterfragen? Denken Sie doch mal an die Gewaltenteilung. Sie sind kein Werkzeug der Herrschenden sondern ein freier Mensch.
Polizist (verlegen): Geld.
Attentäter: Bei mir das Gleiche. Wir sind beide die Exekutive, die armen Schweine, die den Geldgebern gehorchen müssen.
Polizist: Aber ich höre nur auf das Gesetz, ich bin nicht bestechlich.
Attentäter: Aber dieses wird von Reichen geschrieben. Also sind Sie indirekt bestechlich.
Polizist (erbost): Ich verbitte es mir. Wir sind eine Demokratie.
Attentäter (höhnisch): Und wer bedankt sich bei den Politikern mit riesigen Geldsummen? Also Oligarchie der Unternehmen.
Polizist: Mag sein, dennoch töte ich nicht im Gegensatz zu Ihnen.
Attentäter: Würden Sie Leute töten, wenn das Gesetz es befiehlt?
Polizist: Ich würde mich herausreden. Ich könnte dieses nicht verdrängen.
Attentäter: Würden Sie Bürger dingfest machen, wenn Sie wüssten, dass diese misshandelt, wenn gar getötet werden?
Polizist: Wie weit liegt Ihr Polizeiwissen zurück? Das ist heute Standard. Deshalb sollte das Gesetz in der Hand einer vertrauenswürdigen Institution liegen. Ich wähle aus diesen Grund eine solche Randpartei. Hoffentlich kommt sie irgendwann an die Macht.
Attentäter: Das kann dauern. Benutzen Sie lieber rechtsstaatliche Grundsätze als Verweigerungsgrund.
Polizist: Spinnen Sie? Dann bin ich meinen Job los.
Attentäter (seufzt): Leider. Wir sind beide Auftragskiller, die den Befehl unseres Meisters mit unseren Leib und ohne Einspruchsrechte ausführen.
Polizist (zerknirscht): Sie haben Recht.
Attentäter: Mein nächstes Opfer wird übrigens die Lobby, die Sie manipuliert. (Hebt seine Pistole auf. Geht bitter lachend ab.)
(Der Polizist dreht sich zum Publikum und hebt hilflos die Arme. Der Vorhang fällt.)

Ende

Mackie Messer lässt grüßen ^^.

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Die Kannibalen


(Dschungel. Ein Mann (Fischer) rennt, ein Zweiter (John) rennt ihm hinterher. John hat ein Maschinengewehr in der Hand im Gegensatz zu Fischer.)
John: Warte Fischer!
(Fischer bleibt stehen, dreht sich erschrocken um. John erreicht ihn.)
Fischer (hektisch): John, du lebst? Komm schnell die Kannibalen sind nah.
John: Immer mit der Ruhe. Es sind nur Kannibalen.
Fischer (lacht bitter): Es sind nur Kannibalen. (wird ernst) Sie töteten unsere Expeditionsbegleiter. Alle! Ausnahmslos!
John: Immer mit der Ruhe. Ich hab das da. (John hebt sein Maschinengewehr in die Luft. Anschließend inspiziert er dessen Magazin.)
John: Mist! Die haben aber viel gefressen. Dreihundert Kugeln Blei.
Fischer: Wer?
John: Die Kannibalen.
Fischer: Sind sie tot?
John: Ja, alle. Sogar Frauen und Kinder. Ich hatte einen Mordshunger.
Fischer (erschrocken): Du bist Kannibale?
John: Ich hatte Hunger und wollte es ihnen heimzahlen. Keine Angst. Ich fress dich nicht.
(Kurze Denkpause von Fischer.)
Fischer: Verständlich. Wie hast du eigentlich dreißig Leichen essen können?
John: Ich aß nur Augen und Zunge, meine Lieblingsspeise. Der Rest vergammelt in den Wald.
Fischer (angewidert): Pfui. Widerlich. Was für eine Verschwendung von Leben.
John: Hast du denn nicht vor unserer Expedition Haifischflossensuppe gegessen?
Fischer: Ja.
John (bohrend): Weist du wie sie zubereitet wird?
Fischer: Nein.
John: Man fängt Haifische, schneidet ihnen die Flossen ab und wirft sie zurück ins Meer, wo sie jämmerlich verenden.
Fischer (erstaunt): Nicht wahr?
John (schnippisch): Doch und du isst die Flossen.
Fischer: Tut mir Leid. Lass uns unsere Fehler rückgängig machen. Ich wollte als Feinschmecker von Wildfleisch schon immer mal Menschenfleisch probieren.
(Beide gehen ab in der Richtung aus der sie kamen.)

Ende

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