Unter Vampiren


Die Glocke läutete, wie so oft, um die Gläubigen in die Kirche zu retten. Ein Vampir hatte jemanden erwischt. Die Vampirnacht würde bald beginnen. Denn ein einzelner Vampir kam selten allein.
Sie rannten um ihr Leben, Alte stürzten, wurden aufgeholfen, rannten weiter. Alle hinein in die Kirche, den einzig sicheren Ort. Die Vampire waren geschickt, sie kamen sogar in Bunker bloß die Kraft Gottes hielt sie fern.
Er schaute amüsiert zu und dachte an die Vampire, die ihn verführen wollten. Hübsche, junge Frauen, perfekte Haut. Vorsorglich nahm er eine seiner noch reichlich vorhandenen Tabletten aus seiner speziellen Medikamentenschachtel, schloss seine Fenster lichtdicht, schließlich wollte er als Langschläfer keine Vampire töten. Die Vampire kamen, klopften an den Fenstern, klopften an den Türen. Als die Weibchen seine Schritte Richtung Haustür hörten, wurden sie wild. Sie rasten hungrig zur Tür. Männliches Blut schmeckte ihnen besonders gut. Er bat sie höflich herein und machte den üblichen Deal: Sie schliefen mit ihm, er gab ihnen Blut.
Wie immer verbrachte er eine schöne Nacht und wachte am nächsten Tag neben zig schnarchenden Vampiren in seinen riesigen Doppelbett auf. Seine Sonnenlichtpille war genial. Vampire wurden beim Schlürfen seines Blutes bewusstlos und vergaßen die Erlebnisse der letzten Nacht. Das bisschen gesaugte Blut reichte nicht für die Transformation in einen Vampir, weshalb er jeder Vampirnacht gefahrlos genießen konnte, während die Kirchgänger immer Verluste zu beklagen hatten. Nun musste er nur noch die Frauen in die Särge des Abflugkellers verfrachten, um ihnen nach ihren Schönheitsschlaf, die Freiheit zu gewähren sich erneut in sein Bett zu verirren. Ja ja, die Moralapostel hatten keine so schöne Zeit wie er.

Ende

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