Schatten


Ich spüre wie die Schatten sich von mir lösen. Schatten aus der tiefsten Verderbtheit meiner Seele.
Schatten der nicht vergangenen Vergangenheit. Zukunft und Gegenwart verschmelzen mit der Vergangenheit, alle Taten werden allen der drei Zeiten begangen.
Ich schreie vor Schmerzen, mir ist als würde ich brennen. Brennen für die Ewigkeit.
Und ich sehe ein Feuer, nicht fern, nicht nah. Fackelzüge ziehen durch die schwarzen Straßen. Deren Teilnehmer… sie werfen meinen Schatten im flackernden Fackelschein.
In ihren Augen blanker Wahnsinn. Es setzt ein Regen ein, als würde der Himmel weinen, bittere Tränen des Entsetzens.
Mein Feuer brennt stärker und heller, lodert gen Himmel, zerfetzt die Wolken mit einen grausigem Lachen.
Es ist das meine. Ich kann mich nicht mehr halten. Der Wahnsinn zerreißt jede Vernunft. Wie ein Tier springe ich durch die Gassen. Zwei Hörner wachsen aus meinen Geheimratsecken.
Und betrachte das Gemetzel, tausender verrückter Menschen. Jeder gegen jeden, Mann gegen Mann, Frau gegen Frau, Kind gegen Eltern. Nur Wenige, nur vernunftbegabte Menschen standen daneben, ihre Mäuler zu einem entsetzten Schrei geformt.
Und dann berühre ich sie, einen nach dem anderen, korrumpiere ihre reine Seele.

Mich fragt plötzlich eine Stimme: „Was hast du getan?“
Rotes Blut rinnt von meinen Fingern. Und da wird mir klar:
Ich bin der Teufel, korrumpiert vom Menschen. Getrieben von Misanthropie.

Die letzten reinen Seelen nehme ich mit einen tiefen Seufzer mit mir in die Hölle. Zu ihrem Schutz versteht sich. Irgendwann, wenn der letzte Mensch sich ausgelöscht hat, würde ich sie wiederkehren lassen…

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Wolfsromanze – schwarze Romantiker version


Wo war sie nur? Die Eltern von Rosmarina waren verzweifelt. Überall hatten sie schon gesucht. In den Schränken, in den Wald. Das konnte, durfte nicht sein! Ihre Rosmarina. Verzweifelt setzten sie sich an den Schreibtisch ihres Kindes und weinten.
„Pass doch auf!“, rief der Vater und zog einen Zettel vor den hinabfallenden Tränen der Mutter weg.
„Schatz, schau doch. Eine Nachricht von ihr.“, rief die Mutter aufgeregt.

„Liebe Eltern, ich werde wo hingehen, wo ihr euch mir zu folgen nicht trauen werdet.
Nein! Kein Selbstmord, wahre Liebe.
Es begann in einer Nacht im Wald. Da sah ich ihn, ein Wolf, ein schüchterner Kerl. Er huschte sofort weg, doch das Feuer meiner unser Liebe war entbrannt.
Ihr werdet mich für verrückt halten, aber das tatet ihr schon seid Anbeginn meiner Tage.
Vorsichtig ließ ich mich nieder auf allen Vieren und begann einen Wolfsruf zu imitieren. Na gut, gelang mir nicht sehr gut, aber dennoch, der Wolf kam näher.
Er beschnupperte mich, schwänzelte um mich herum um anschließend mein Gesicht zu lecken.
Ein zahmer Wolf. Doch er hatte keine Tollwut, das wussten unsere Herzen zu gut. Und so saßen wir schweigend nebeneinander. Wir hätten uns gerne Geschichten erzählt, doch trennten uns unsere Arten wie ein Ozean.
Und so mussten wir uns wieder trennen, im Anlitz der Sonnenstrahlen.

Den Rest der Geschichte kennt ihr ja. Ich kam wie betäubt aus den Wald, was bald nur noch eine Horrorgeschichte war, die ihr gerne Verwandten erzähltet.
Aber wusstet ihr auch, dass sich was in mir fundamental geändert hat?
Die Jungs schon, sie umflirteten mich mit ihren abertollsten Tricks, doch ich blieb meinen Wolf treu.
Jede Woche, jeden Sonntag am Abend rief ich nach ihn. Doch ich sah ihn nicht mehr. Er war da, aber doch nicht. Irgendwo hinter den dornigen Gestrüpp, wartend lauernd darauf, dass ich den ersten Schritt machen würde.
Doch ich konnte nicht. Und so erfüllte Dunkelheit mein Herz.
Erinnert euch nur an die Mittelstufe, wo ich als einsame Außenseiterin mich durch die Schule schlug. Zwar waren meine Leistungen gut, aber der Neid und der Hass gegen mich groß.
Aber ich konnte damit umgehen und die anderen von mich isolieren.
Dennoch, die einsame Verzweiflung fraß in mein Gemüt. Ich suchte nach echten Freunden.

Und dann, ich weiß noch wie ihr weintet, weil ihr dachtet ihr hättet mich in der Dunkelheit verloren, schloss ich mich einer Gruppe dunkler Romantiker an.
Mutter, wie du aufschriest als du die schwarze Blume auf meinen blauen T-Shirt sahst. Den Gesichtsausdruck werde ich nie vergessen.
Wir waren eigentlich ganz harmlos, hatten nur Interesse an die dunkle Seite der Fantasie. Zwar trugen wir alle schwarz, teilweise finster aussehende Lederkluften, aber wir waren absolut harmlos. Nur eine Gruppe Fantasten. Trotzdem wurden wir von den wahren Teufeln beobachtet und belauscht. Einer unserer Gruppe fand sogar eine Wanze. Scheint unsere Regierung hinter den Terror zu sein.
Es wurde mit der Zeit schlimmer und schlimmer, ich ging seltener und seltener zu den Treffpunkten. Und noch immer verfolgten mich die Gestalten.

Vor ich weiß nicht wie viel Tagen, ich war verzweifelt. Und so ging ich in den Wald und hoffte auf den Wolf.
Wie sooft. Und wie sooft dachte ich würde nur das Wispern des Waldes antworten. Und so begab ich mich auf allen Vieren. Mein nacktes Knie berührte den matschigen Boden.
Und dann heulte ich. Doch diesmal war es was anderes. Mein Ruf war klar wie der eines Wolfes. Ein Schatten kam aus den Gestrüpp. Es war der Wolf, so schön wie die Erinnerung an ihn.
Ich streichelte ihn so sacht es ging, und er leckte mir mein Gesicht. Ich erzählte ihn von meinen Leiden und dieser Welt, auch wenn uns Arten trennten.
Seine Schnauze liebkoste mich derweil wie verrückt.
So verging die Nacht, und plötzlich wurde ich schläfrig. Ich konnte nicht mehr Reden, setzte mich neben ihn. Und wir schwiegen wie in unserer ersten Nacht.

Bis er den Anfang wagte. Er zog sanft mit seiner Schnauze an meiner Kleidung, bedeutete mir zu folgen.
Wir gingen zu einen nebligen See, der wie das Meer roch, wie die Leidenschaft. Um ihn herum standen steinerne Statuen für die Liebenden Wache. Niemand, der nicht liebt, würde fähig sein diesen Ort zu sehen.
Und so im Schutz des Sees der Liebenden entledigte ich mich meiner Kleidung, um ihm ins tiefe Wasser zu folgen.
Doch plötzlich formte sich der Nebel um den Wolf zu einen Mann. Ich schwamm durch das Meer zu ihn, wohl wissend, dass ich die Ozeane, die uns trennten, überquerte.

Er war ein verfluchter Krieger. Verflucht von sich selbst. Verflucht aus Scham vor seiner eigenen blutigen Taten.
Frauen entehrt, Kinder enthauptet, mit Kriegsgefangenen zum Spaß das Spiel das Todes ausgefochten, wobei natürlich immer gewann, um nur einige seiner Schandtaten zu nennen.
Und dann war der Krieg vorbei, er kehrte zurück in sein Dorf, doch da war kein Mensch mehr am Leben. Er hatte sie ja alle umgebracht.
Und doch suchte er verzweifelt Haus für Haus, Stall für Stall. Zerborstene Türen, Schränke, Tränken erinnerten ihn an sein Massaker. Die Hoffnung Leben zu finden, schwand mit jedem Gebäude.
So zagte er vorm Betreten des letzten Gebäudes, dem Rathaus. Tränen flossen über seine unheiligen Hände, die sich auf sein Schwert stützten, als er dachte eine Stimme aus dem Gebäude zu vernehmen.
Gestärkt von neuem Mut rannte er hinein, stürmte durch die leeren, zerschlagenen Räume, um sich dann in der Ratshalle einem Rudel Wölfe Aug in Aug wiederzufinden.
Junge Wölfe tollten wild, spielten, bissen sich, aber ohne dem anderen zu schaden. Die Großen waren weniger verspielt, mehr um die Sicherheit besorgt.
Schwarze vorwurfsvolle Augen blickten in die seinen. Sie schienen ihm in seine Seele zu blicken. Unbehagen wuchs in ihm, doch nicht gegen die Wölfe, sondern gegen sich.
„Soll ich?“, fragte er die Wölfe. Diese schienen zu nicken.
„Dann sei es.“, er rammte sich sein Schwert in die eigene Brust.

Sein Fluch ging mit meinen Kuss auf mich über. Wir sind nun ein Wolfspaar, aber keine Angst es geht uns gut. Und die dunklen Romantiker? Die führten wir in eine neuen Heimat, in einer Parallelwelt, die nur von Sehenden gesehen werden kann.

Der Vater legte den Brief zitternd weg. Die Mutter war baff. Sollten sie das glauben? Schweigen. War ihre Tochter verrückt?
Etwas heulte vor der Haustür, ein Wolf. Es war Zeit.
„Gehen wir?“, fragte der Vater. Die Mutter nickte nur schwach, fiel dann entkräftet auf den Boden.
„Gut, so sei es.“, wisperte er und setzte an zum zärtlichen Nackenbiss…

Vielleicht lade ich irgendwann die andere Version noch hoch, hab aber Angst, dass sie noch nicht vollendet ist

Der Bäcker ohne Brötchen


Es war einmal ein reicher Bäcker. Er besaß eine riesige Bäckerei und war weltbekannt für seine Brötchen. Einen Sohn hatte er, einen fleißigen Schüler, Studenten und bald fähigen Geschäftsmann.
Hand in Hand erwirtschafteten sie sich Millionen.
Bis zum traurigen Tag als der Vater starb…

Der Sohn erbte, voll Vorfreude an einen boomenden Geschäft. Und die Kunden kamen. Aßen bei ihm mit Genuss. Doch sein Geschäftsinstinkt sagte ihn, es sei nicht genug.
So bot er zusätzlich edle Schokoladen an, die weggingen wie seine warme Semmeln.
Zu seinem eigenen Unglück war der Profit ihm immer noch nicht groß genug und so erweiterte er sein Sortiment um Haushaltsmittel. Immer mehr und mehr, bis ihm keine Zeit mehr zum Backen blieb.

Zuerst waren noch immer viele staunende Kunden in seiner Bäckerei. Doch es wurden immer weniger. Nach ein paar Jahren konnte er seine Besucher an der Hand abzählen, Ausnahme eine Touristengruppe verirrte sich zu seinem Geschäft.
Die Einnahmen sanken dramatisch. Zum ersten mal im negativen Bereich. Doch er ließ sich nicht beirren. Immer größer wurde sein Sortiment.
Gegenüber eröffnete eine andere Bäckerei.
Und die Kunden blieben fast ganz weg, nur ein paar neugierige Touristen kamen noch zu ihm.
Die Einnahmen fielen fast auf 0. Nur das angesparte Geld half ihm solvent zu bleiben.
Eines Tages kamen zwei Journalisten vorbei, die ihn nach allerhand fragten, auch seinem Geschäftsmodell.
„Stimmt es, dass Sie keine Brötchen mehr backen?“, fragte einer der Journalisten.
„Ja. Ich hab keine Zeit mehr dazu. Das Sortiment will erweitert werden.“

Zwei Tage passierte nichts, dann auf einmal war der Laden voll,
mit Schaulustigen, die nichts zahlten, die nichts nutzten.
Immer wieder wurde er gefragt, ob er wirklich keine Brötchen mehr backen würde.
Einer der Schaulustigen, setzte dem die Krone auf:
Er kam mit einem Brötchen, von dem Bäcker gegenüber, zu ihm.

Eines war klar: Die Journalisten waren schuld und der gegenüberliegende Bäcker, der Konkurrent.
Klagen würde helfen, niemand würde seinen Genius in Frage stellen.
Der Bäcker setzte sich an seinen Schreibtisch,
seine Füller war bereit, die ruinösen Klagen zu schreiben,
seine Gedanken voller Rache,
als sein Blick auf einen angestaubten Ordner fiel.
Geschäftsgeheimnisse, die Rezepte für die Brötchen.
Als ein Strahl der Erkenntnis sein Gehirn durchfuhr.
Er wollte Brötchen backen…
er brauchte Gehilfen…

Die konkurrierende Bäckerei schloss, wie vereinbart. Die Einnahmen waren so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Und Brötchen aus seiner Bäckerei Verkaufsschlager. Sollte…
Sein Konkurrent oder besser gesagt Mitarbeiter schlug ihm kräftig auf die Schulter.
„Komm jetzt. Sinniere nicht über Finanzen. Die Brötchen…“

Der Menschenkenner


Böse war er nicht oder war er es? Juno wusste es nicht mehr. Seine Tat war unverzeihlich, aber der Typ hatte es einfach verdient.
Und noch nie hatte er seine Gabe so missbraucht.
„Hallo, Juno. Sei nicht so betrübt, ich weiß er war ein guter Mensch.“, rief die Stimme seiner Freundin Anika oder besser gesagt der Exfreundin seines Opfers…

Juno hatte schon immer gewusst, er hatte eine Gabe, eine ganz Spezielle. Sie war ganz im ganzen ziemlich unnütz als Waffe, denn mit ihr kamen die moralischen Bedenken.
Er hatte die Gabe in Menschen zu schauen, er konnte mit ihnen fühlen, ihre Gedankengänge spüren.
Am interessantesten waren Künstler und fantasiereiche Menschen. Wie sie in ihrer Muße schwammen, war wunderschön. Es gab kaum Vergleichbares in seiner Welt der Maschinen.
Aber auch normale Menschen waren interessant. Ihre Gedanken waren wie Ameisen. Sie wuselten umher nach festen Schema, nach Dogmen, mehr mechanisch wie ein Computer, wie eine Maschine.
Und er war Mechaniker, liebte Maschinen über alles. Nie hätte er gewagt willentlich eine zu zerstören. Bis zu jenem Tag…

„Juno, was ist?“, fragte Anikas Stimme besorgt. Anika, wenn sie wüsste… Ihm kam ein schales Gefühl dem Magen hoch.

Nebenberuflich war er ein anerkannte Künstler, er malte gern, am liebsten Maschinen oder die Gedanken von Künstlern.
Aber er nahm auch Aufträge an, wie zum Beispiel die Deckenmalerei eines Flughafen.
Eines Tages traf er bei einen größeren Auftrag Anika, eine Künstlerin, mit einer Fantasie, so wundervoll, wie er sie noch nie gesehen hatte, fast die eines Engels.
Sie verstanden sich auf Anhieb sehr gut, entwickelten schon bald eine Freundschaft. Und so lud sie ihn zu Hause ein. Was sie nicht wusste, war, dass er in sie verliebt war. Und er auch nicht, er gestand es sich nicht ein.
Denn er wollte ihren Freund nicht verärgern.

Und da geschah es, als sie sich über seine Ansichten über normale Menschen unterhielten, entfleuchte Juno, ein unbedachter Gedanke:
„… normale Menschen sind … wie soll ich sagen? … wie äußerst komplexe Maschinen.“
„Ich bin also eine Maschine?“, erboste sich Arthur, Anikas Freund.
Stille, dann versuchte er den Schaden zu kitten:
„Nein, ich benutze Maschine nur als Sinnbild. Wir wissen Sekunden bevor wir etwas tun,…“
„Deine Erklärung interessiert mich einen feuchten Dreck! Raus!“, brüllte Arthur. Und etwas war in ihm, in diesem Augenblick zerbrochen.

Von da an schien Arthur überall zu sein. Juno fühlte sich verfolgt, selbst zu Hause schaute Arthur einmal zum Fenster rein.
Außerdem weinte Anika häufiger mal, wenn er sie denn mal sah.
Sollte er die Polizei rufen?
Nein, er wollte Rache! Juno spürte seine Hände zu Fäusten verkrampfen.
Rache! Wenn ein Mensch eine deterministische Maschine war, dann war es auch möglich ihn zu hacken. Seine Zunge schien sich zu spalten…

Und es klappte! Als er Arthur mit seiner gespaltenen Zunge ansprach, da wurde er hörig, er wurde zu seinem Sklaven. Zwar war es Juno immer noch unangenehm einen Menschen zu manipulieren, aber der Zweck heiligte die Mittel. Außerdem liebte er Anika über alles.
Zunächst ließ er Arthur sich bei Anika und ihn entschuldigen, dann kittete er die falschen Worte. Sie saßen anschließend häufiger mal bei einen Wein beisammen, wie gute Freunde.
Gute falsche Freunde, wenn die anderen gewusst hätten…
Und das Beste kam noch mit der überwältigenden Dankbarkeit von Anika, weil er Arthur beschwichtigt habe.
So vergingen Monate, als plötzlich in ihm ein dunkler Trieb erwachte.
Woher er kam vermochte er nicht zu sagen. Es war Eifersucht, ein Gefühl, dass er zuvor noch nie verspürt hatte. Warum nur hatte er die Beziehung der beiden gerettet?
Anika hätte ihm gehört, hätte er Arthur nicht manipuliert.
Und nun sollte er für seine gute Tat mit dem Verlust der Liebe seines Lebens bezahlen?
Nicht mit ihm! Nicht für diesen Widerling!
Arthur musste weg, verschwinden aus seinem und Anikas Leben.
Wenn er Arthur dazu bringen würde Anika zu verlassen, würde Anika ihm noch trauen? Nein, sie wäre zutiefst enttäuscht von Männern oder aber sie würde ihn durchschauen und wäre zutiefst angewidert.
Und hacken konnte er sie auch nicht, ihre Fantasie schützte sie wie ein Schild.
Daher gab es nur eine Lösung: Arthur musste sterben, am besten durch einen Gedankenvirus, das perfekte Verbrechen.

„Schatz, woran denkst du gerade?“, Anikas Stimme drang zu ihm, silbern wie die eines Engels. Was hatte er nur getan?
„Ich denke an Arthur. Ich fühle mich so schuldig. Wie er im Wahnsinn dahinsiecht. Seine Schreie und wie abgemagert er nun ist.“
„Juno, du hast doch die Ärzte gehört, er hatte seine Krankheit schon bevor wir uns kennenlernten.“, antwortete Anika mit ihrer sanften Stimme. Wie gut, dass die Psychiater keine Genies waren, die ihm auf die Schliche kommen hätten können.
„Ich weiß.“, murmelte Juno bedächtig. Er musste loslassen. Das Leben wartete und was war schon eine kaputte Maschine? Nur eine Leiche!

Der Wolfsmensch


Er kam aus dem Nichts, aus der Wildnis und stank erbärmlich als er sich als „Tnarrrr von Gor“ dem Einwohneramt von Farnheim meldete.
Man konnte ihn schwer verstehen, als wäre er aus einer anderen Kultur, trotzdem er wie es den Anschein hatte, in Farnheim aufgewachsen war. Viele Details erzählte er, von über sechzig Jahren, die er als sein Alter angab. Doch so alt sah er nicht aus. Er schien noch sehr jung zu sein.

Und noch rätselhafter war es, woher er die Besitzerurkunde von einer verfallenen Hütte im Wald hatte.
Geerbt, so sagte er. Sein Großvater wäre ausgewandert und sei vor kurzem gestorben.
Man glaubte ihn und gab ihm einen Ausweis, als Staatsbürger, als stolzer Einwohner von Farnheim.
Anfangs fürchteten noch einige Einwohner, Tnarrrr wäre ein Betrüger und wolle Sozialleistung erschleichen, ein Argument, dass sich schnell entkräftete, als er eine Stelle als Lagermitarbeiter annahm.
Seine Kollegen wussten von ihm nur Gutes zu berichten, dass er Kraft hatte wie ein Tier und mit Muskelkraft alleine ganze Paletten schleppen konnte.

So vergingen die Jahre. Mittlerweile war die Hütte renoviert und gepflegt und der seltsame Mann hatte sich sehr viele Wölfe angeschafft. Man konnte kaum einen Schritt in seinen Garten wagen, ohne freudig beschnüffelt zu werden.
„Ob das gut geht?“, fragten sich einige Einwohner besorgt. Doch das Tierschutzamt konnte nur vorbildliche Haltung attestieren. Selbst der Kot seiner Wölfe lag nirgendwo herum, nicht einmal auf den Waldwegen.
Doch noch immer schien eine Mauer zwischen Tnarrrr, dem „Wolfsmann“, und den Bürgern zu liegen. Nur selten traute sich jemand zu seiner Hütte, was meist der Postbote war.
Und der Postbote erzählte von befremdlichen Dingen: von einer Freundin, von magischen Runen und von befremdlichen Geschichten über die Hölle.
Die Priester war sofort Ohr, wollte schon Alarm schlagen, als sie bemerken musste, dass Tnarrrr überhaupt nicht aktiv in Erscheinung trat. Jede Mühe wäre vergebens, höchstens schädlich.
Abenteuerliebende Jugendliche könnten elektrisiert von Warnpredigten vom rechten Weg abweichen und den Sünder besuchen kommen, geschweige denn, der Ärger der Atheisten. Einfach nur totschweigen, die seltsame Erscheinung.

Und so vergingen weitere 20 Jahre. Tnarrrr arbeitete noch immer als Lagerarbeiter, hatte nicht einmal nach einer Gehaltserhöhung gefragt.
Er war körperlich jung wie vor Jahren, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen, die schon vor Jahren in Rente gingen oder als Greise Brotkrumen dazuverdienten.
Auf seine Rentenansprüche hatte er sogar gänzlich verzichtet.
Doch wie die Zeit verging, so verging auch die Toleranz. Die Tierschutzbehörden waren misstrauisch geworden, nachdem sie Jäger-Gerüchte hörten, die Wölfe seien, wie der Wolfsmann, jung geblieben und dann von einem ehemaligen Pfarrer über die Satanismusgerüchte unterrichtet wurden.

Sie kamen nachts, um Tnarrrr auf frischer Tat zu ertappen, schlichen sich heimlich in seinen Garten. Und tatsächlich, es flackerten Kerzen im Inneren der Hütte, während eine seltsame Sprache gesprochen wurde. Dann erblickten die Tierschutzmitarbeiter eine seltsame Rune an der Gartenpforte. Die Gerüchte schienen wahr zu sein.
Sie riefen die Polizei zur Verstärkung und klopften heftig. Plötzlich Stille im Inneren. Ein Trappen, Rennen. Die Polizei rammte die Tür auf und erstarrte vor Unglauben:
zwar hingen überall Kerzen, aber die Hütte war kein Satanistentempel, nur eine normale Wohnung mit vielen Wölfen. Doch Tnarrrr fehlte.
„Moment.“, rief seine Stimme vom Bad her, „Ich komme…“
Die Polizisten wollten nicht warten und rammten die Tür ein, wo sie einen nackter Tnarrrr und eine Wölfin vorfanden.
„Sodomie also.“, staunten die Tierschutzmitarbeiter. Man zerrte Tnarrrr hervor, der daraufhin die Eindringlinge wütend zur Tür zu Schleifen begann.
„Eindringen und mich der Sodomie zu beschuldigen, das ist die Höhe! Komm Farna!“, rief Tnarrrr empört. Etwas tapste, aus dem Bad kam auf einmal eine wunderschöne Frau.
„Seht ihr!“, schnauzte Tnarrrr die Tierschutzmitarbeiter an, „Ihr könnt einfach nicht richtig sehen. Und nun verschwindet!“
„Das wäre zu schön! Beweisen Sie, dass Sie und Ihre Freundin keine Sodomisten sind. Mitkommen! Ab ins Gefängnis!“, antworteten die Polizisten kaltherzig und legten die Handschellen um die Arme des Paares.
„Und was machen wir mit den Wölfen?“, fragte ein Tierschutzmitarbeiter.
„Einschläfern!“, bellte ein Polizist.
„Und die Hütte?“, ein weiterer Mitarbeiter
„Der Kirche schenken. Sie wird sie für gemeinnützige Zwecke nutzen.“
„Wisst ihr warum es den Ort erst seit 200 Jahren gibt?“, knurrte Tnarrrr kochend vor Wut.
„Nein, aber das interessiert uns auch herzlich wenig.“, fauchte der Polizeihauptmann, drehte sich zu den Tierschutzamtmitarbeitern:
„Und ihr passt auf die Wölfe auf.“

„Es gab einen Krieg. Alle Menschen wurden vernichtet.“, diese Worte spukten in dem Ohr des ehemaligen Postboten. Warum hatte er nur soviel geredet? Schnell packte er seine letzten Habseligkeiten in den Umzugswagen ein und fuhr los. Nur schnell weg. Weg von seiner Heimat. Seine Familie war schon gerettet, sicher in einer Nebenstadt mit mehr als nur 200 Jahren Geschichte. Der Mond ging auf, eine rote Schönheit, die von hunderten Wölfen begrüßt wurde. Wunderschön, aber… nun ja, der Krieg hatte begonnen. Seine alten Knie begannen zu Schlottern.
Er mochte den Wolfsmann. Warum hatte er sich nie wieder zu ihm hingetraut? Ein kleiner Abstecher konnte ja nicht schaden. Und so bog er zum Gefängnis ab…

Frieden lag über den Wald. Nur das Rascheln von Tieren durchbrach die Stille. Es war zu friedlich, keine Menschenseele, obwohl es ein Sonntagmorgen war.
Leise und freundlich läuteten die Kirchglocken, automatisch angesteuert. Die Gläubigen kamen aus ihren Häusern und waren die Ersten, die das Massaker betrachten konnten. Polizisten, Hundebesitzer, die verschwundenen Tierschutzamtmitarbeiter, Kinder, ihre Kinder, ihre Kinder, die sie auf den neuen Kirchcampingplatz geschickt hatten.
Ein arg zerfleischtes Kind lebte sogar noch, atmete und wiederholte: „Die Wölfe!“
Doch die Straßen boten nicht nur den Anblick zerfetzter Leichen, sondern auch der sauber zusammengefalteter Kleidung von Bettlern, Nachtspaziergängern, Dieben und anderen finsteren Gesindel als hätten Aliens diese entführt.
Das überlebende Kind winselte, als es die leere Kleidung sah: „In die Nacht verschwunden, zu Wolf geworden.“
Mehr brauchten die Gläubigen nicht wissen.
Die Grenzen waren klar abgesteckt, Schuldige und Kollaborateure gegen den rechten Glauben, sie. Das bedeutete Krieg!

„Bitte habt Erbarmen mit meiner Freundin. Sie ist schwanger!“, flehte Knarrrr vor Gericht, doch der Richter war steinern vor Trauer. In seiner Hand lag das Foto seines toten Sohnes.
„So.“, höhnte er, „So viel Erbarmen hattet ihr mit unseren Kindern. Mein Sohn…“, er warf verächtlich ein Fleischstück auf Tnarrrr, das dieser fing und behaglich zu essen begann.
Stille.
„Mein Sohn… sie fressen meinen Sohn…“, der Richter wurde bleich, bevor er sich fing.
„Schafft das Monster weg! Lebenslang Einzelhaft und getrennt von seiner Freundin. Und sie…, sie soll ins Männergefängnis, Gruppenhaft. Sie soll erfahren, wie sich Sodomie anfühlt, bei der sie beigeholfen hat.“
„Ich plädiere auf befangen.“, zitterte der Verteidiger. Das Dorf lachte, bis auf einen Postboten am Rande der Versammlung. Er wiederholte nur die Worte, die sich ewig in seinen Kopf wiederholten: „Das gibt Krieg.“
In seiner Hand Tnarrrrs Abschiedsgeschenk: das Zeichen des Wolfes.

Es wunderte keinen der verbliebenen Einwohner, dass alle die nur irgendwie zu den näheren Bekannten des Wolfsmannes gezählt hatten, wegzogen waren. Und wenn auch nur um ein Dorf. Stattdessen rüsteten die Bürger die Jäger auf, es galt: ein guter Bürger zahlt die Wolfsjagd.
Besonders die Kirche zweckentfremdete ihre Kollekten für Waffen.
Und dann kam der Tag.
Hunderte von Jägern, marschierten am Morgen vollgerüstet in den Wald…
…um am Abend, nicht zurückzukehren.
Die Handys der Jäger: tot. Verängstigt sahen die verbliebenen Einwohner den neuen Blutmond aufgehen. Plötzlich verkündeten die Nachrichtensender, dass alle zuhause bleiben sollten, denn es gab ein Massenbruch im Gefängnis nach der Geburt eines Babys. Und als in der Stadt, ein Wolfsheulen aus tausenden Kehlen ausbrach, da wussten sie: es war um sie geschehen.

Feine Asche der Zivilisation rieselte ins feuchte Moos. Nichts deutete mehr auf Dorf oder Kleinstadt hin. Außer ein paar Einträge im Telefonbuch und Erinnerungen der Verbliebenen. Und die Regierung? Als sie sah, dass nichts außer Leichenstücke und Staub übrig war, ließ sie lieber ab weiter nachzuforschen. Denn was kam schlechter im Wahlkampf, als wenn öffentlich wurde, dass die eigenen Leute durch einen sinnlosen Krieg mit einer übermächtigen Macht, eine ganze Kleinstadt ausradiert hatten.

Der Fluch


Verzweifelt rannte der Anwalt mit Namen Anontus Schwan ins Badezimmer. Die Tür fiel hinter ihm mit einen lauten Knall ins Schloss. Seine Hand gehorchte ihm nicht mehr und sperrte die Tür zur Außenwelt, zur Hilfe ab. Die Frau namens Mania hatte alles ruiniert, seine Karriere, seine Familie, alles Vergangenheit. Er wünschte sie greifen zu können und irgendwie dazu zu bringen, dass der Fluch aufhöre, doch sie war tot. Seit den verfluchten sieben Tagen…

Mania fühlte sich schwach und elend. Der nächste Schuldschein wurde gerade eingeworfen. Für was? Hatte sie was gekauft? Nein, schon seit Tagen nicht mehr. Seit das verhängnisvolle Abmahnschreiben eingetroffen war. Sie trat vorsichtig auf die schmutzige Wage. 39 Kilo und sie war eins achtzig groß. Ja das Abmahnschreiben. Man hatte sie für ein Urheberschutzverbrechen abgemahnt, dass sie nie begangen hatte.
Sie hatte nur ein Zauberbuch aus dem Jahre 1877 online gestellt. Es war ein Erfolg gewesen. Kopiert wurde es, verbessert, übersetzt. Die Urheberrechte dafür waren definitiv abgelaufen, aber kurioserweise tauchte der schmierige Anwalt namens Anontus Schwan auf und verklagte sie. Die Instanzen sahen immer Anontus Schwan im Recht, als wären sie verzaubert, doch das konnte nicht sein. Sie glaubte nicht an Zauberei, ansonsten hätte sie das Buch nie veröffentlicht, zu gefährlich war der Inhalt. Es musste eine Absprache gegeben haben.
Sie erwachte aus einen Halbschlaf. Noch ein Schuldschein wurde eingeworfen. Für jede Buchkopie sollte sie zahlen. Das waren schon über eine Millionen. Schwarze Schatten legten sich über ihre Seele, kalte Finger fassten nach ihren Herzen. Es gab noch eine letzte Instanz und dort würde sie sich schlagen müssen. Sie wollte ihren Computer anschalten, doch der Bildschirm blieb schwarz. Ach vergessen. Gestern wurde der Strom abgeschaltet.
Deprimiert schlug sie das Zauberbuch auf. Muster tanzten vor ihren Augen, wurden zu Wörtern, die sich in den Kreis drehten. Sechs, Kapitel sechs, las sie, entfache ein Feuer mit purer Willenskraft. Wo stand nochmal die Kerze? Sie konnte Realität und Traum kaum mehr auseinanderhalten. Sie murmelte ein paar Wörter, die sie gerade gelesen hatte und schlief ein.
Als sie aufwachte sah sie ein kleines Lichtlein auf der Kommode leuchten. Es war die Kerze, sie brannte, obwohl sie sich erinnerte, dass sie diese nie angezündet hatte.
„Ein kleines Licht im Dunkeln.“, schmunzelte sie. Sie versuchte das Gleiche mit dem Briefkasten. Nichts passierte. Plötzlich kamen die Schatten in ihre Seele und saugten an ihrer Lebenskraft. Sie verscheuchte die Schatten und versuchte es erneut unter Einsatz ihrer Lebenskraft. Erst war es nur ein kleiner Rauchfaden, der immer größer wurde bis die Flammen aus den Briefkasten loderten. Von dort schlugen sie auf die Tür über, sprangen auf die Tapete. Das alles war ihr ziemlich egal. Sie murmelte einige magische Worte, die das Feuer löschten, alles Feuer im ganzen Hochhaus, auch die Gasheizung. Lebenskraft wurde aus ihren Körper gezerrt, der mit einer starken Alterung antwortete. War sie eine Fünfundzwanzigjährige gewesen, so war sie nun runzlig wie eine alte Hexe. Außerdem hatte sie einen Buckel, wie sie beim Blick in einen Spiegel feststellte.
„Zeit das zu beenden.“, krächzte sie mit ihrer schwachen Stimme und wandte sich dem Zauberbuch zu. Die Buchstaben waren so quälend scharf, als wäre sie ein Adler.
Kapitel Sieben, über den Transfer von Seelen zwischen unbelebter und belebter Natur

Der Tag des Gerichts war gekommen. Sie warf noch schnell ein Paket ein, dann fuhr sie mit ihren Fahrrad zum Gericht. Man erkannte sie anfangs nicht, erst als sie ihren Ausweis zückte und die Beamten sorgfältig ihre Körpermerkmale mit den gespeicherten Merkmalen auf dem Ausweis verglichen.
Anschließend durchsuchte man sie gründlich. Ihre einzige Waffe war ein Miniaturmesseranhänger an ihrer Halskette, welchen man ihr ließ. Wie sollte sie denn damit jemanden umbringen?
Die Tür des Gerichtsaals schlug krachend hinter ihr zu. Anontus Schwan, er, war genau vor ihr.
Das kleine Messerchen glühte, als sie all ihre Lebensenergie für den einen Fluch aufwendete.
Anontus Schwan spürte das Blut der Hexe in seiner Kehle hinablaufen, ihre Kehle in seinen Mund, aber wie war das möglich? Immer wieder musste er sich daran erinnern. Immer wieder.
Alles fing mit den Paket, in welchen sich der verkleinerte Hausrat der Hexe befand, an. Und dann ratz fatz verscheuchte die Hexe seine Familie, ließ die Arbeit ihn kündigen und übernahm Stück für Stück die Kontrolle über sein Leben.

Der Anwalt Anontus Schwan erwachte aus seinem Halbschlaf. Die Frau hatte es wieder getan. Sie hatte ihm eine Dosis Östrogene verabreicht und nun schminkte sich sein Körper mit Lippenstift…

Die Schule der Zukunft


Es klingelt. Die wenigen Schüler strömen in die Gesamtschule, doch nicht in die Klassenräume, nein! Sondern in eine Dopingkontrolle. Sie müssen sich von ihren schon zerstochenen Armen Blut abnehmen lassen, bevor sie sich die ganze Zeit hetzen lassen werden müssten.
Die Parole: keine Macht dem Gehirndoping, alle Menschen sind gleich. Seit Schüler herausfanden, dass sich die Schule mit einigen handelsüblichen Stoffen leichter bewältigen ließ, gab es Drogenkontrollen, um eine Chancengleichheit herzustellen.
Die Folge war ein massiver Dropout, teils weil die Schüler erwischt wurden, teils weil die Schüler die Schule nicht mehr schafften.
Rauchen war aus Gründen der Fairness auch verboten worden (was insgeheim viele Schüler wohl hießen), doch auch die Pausen abgeschafft, seit irgendwelche Freaks versucht hatten ihre Leistung mittels Meditation zu steigern.
Gleiche Chance für jedermann war die Parole, doch wer waren die Schüler?
Autisten, ADHS-Gestörte, Legastheniker und andere Kranke strömen in die Klassenräume. Heute Prüfung.
Einer der Schüler nimmt eine Pille, sofort sprintet der Lehrer zu ihm, doch der Schüler zeigt ihm ein Attest, dass er ADHS-krank ist. Der Lehrer geht beruhigt, während einige Autisten schon jetzt abgeben und in ihre Pause gehen, ein Recht, dass sie aufgrund ihrer Behinderung hatten.

Es klingelt. Die Prüfung ist zu Ende, doch 90% der verbliebenen Schüler schreiben weiter, Schreibzeitverlängerung. Plötzlich nimmt einer von den Schülern eine Pille, Koffein, der Lehrer ist elektrisiert, doch weil der Schüler Arthrose hat, muss er ihn es erlauben.
Und nun endet auch die Schreibzeitverlängerung. Die Schüler werden in die Freiheit entlassen in die Straßen, bevölkert von den verlotterten Normalos, alle in ihren Alter. Sie konnten nicht mithalten und mussten nun die neue Elite um ein Abendbrot anbetteln. Dabei gingen sie häufig leer aus. Im Namen der Chancengleichheit, die ihre Eltern einst haben wollten, verreckten sie nun in den Gossen wie Fliegen. Psychopathen und Betrüger schwemmten an die Macht, an die Chefposten, vertrieben die letzten normalen Menschen aus Schichten, die einst immun gegen Verwahrlosung waren. Gerüchten zu Folge soll es doch noch eine Gattung normaler Menschen geben, die Arbeit hat. Sie werden von allen verehrt, auch wenn sie offen mit Kaffee dopen. Man sieht sie allerdings kaum. Es handelt sich hierbei um… Systemadministratoren.