Das postmoderne Teufelchen


Es begab sich an einen schönen Sonnentag, als es den Proletariern reichte.
Sie wollte nicht mehr nach oben schauen, zu den schönen Häusern der Intelligenzia auf dem Hügel.
Wütend, mit Mistgabeln bewaffnet, machten sie sich auf, diese zu vertreiben.
Doch blieben sie an den mächtigen Zaun, der Intelligenzia-Gemeinschaft hängen.
„Denen werden wir es zeigen!“, rief der Pöbel. Sie rüttelten und hämmerten gegen die Mauer, bis eine kleine Sichtluke in einen Tor aufging.
„Was wollt ihr?“, fragte ein heiserer alter Mann.
„Wir wollen eure Häuser, euren Reichtum, euer Leben! Lasst uns rein!“, brüllte der Pöbel.
„Ich mache euch einen Deal: eure Häuser und Felder gegen unseren Reichtum und unsere Häuser, doch die Mauer gehört uns.“
Der Pöbel willigte ein. Und wie versprochen ließ die Intelligenzia, all ihr Habe zurück, um in den Bauernhäusern und Schmieden zu hausen.
Dort begannen sie mit ihren Kenntnissen die prächtigsten Pflanzen und Schmiedestücke zu schaffen. Mit Hammer und Sichel, verdienten sie ihr verlorenes Vermögen binnen Monaten.
Voller Neid schauten die Proletarierer von den Hügel herab. Zwar hatten sie Geld, doch das Essen wurden langsam knapp.
„Komm fahren wir in die Stadt!“, grunzte ein Bauer, doch schon bald wurde er durch die Mauer aufgehalten. Er versuchte es erneut und erneut, bis er erkannte, dass sie eingesperrt waren.
„Intellektuelle sind voll Scheiße! Sie haben uns eingesperrt.“, klagte er.
Die Zeiten wurden härter, bald schon bekriegte sich der Pöbel für eine Scheibe Brot, als der besagte Bauer rief:
„Wir werden der Intelligenzia ihr Brot klauen und sie umbringen!“
Hysterischer Applaus erschallte vom Pöbel und sie begannen an die besagte Mauer zu klopfen. Als sie erfolglos versuchten sie mit Autos einzureißen, erschien wieder der alte Mann.
„Was wollt ihr diesmal?“, fragte der Mann.
„Wir haben Hunger, wir wollen essen!“, der Pöbel.
„Ich mache euch ein Angebot.“, schlug der alte Mann vor, „Ihr gebt uns all euer Habe und ihr bekommt Essen, sowie eure alten Häuser und Felder zurück.
Der Pöbel akzeptierte notgedrungen, doch gärte, brodelte es. Kaum war das letzte Mitglied der Intelligenzia durch das Tor gegangen, verbarrikadierten die Proletarierer alle Tore, die sie finden konnten.
„Jetzt könnt ihr versuchen euer Geld zu essen.“, lachten und feierten die Proletarier. Die nächsten Tage vergingen friedlich, als plötzlich über ihren Köpfen ein tosender Lärm erschallte. Flugzeuge flogen, um die Intelligenzia zu beliefern. Und sie sahen wie Mitglieder der Intelligenzia mit eigenen Fluggeräten flogen.
„Diese verdammte Intelligenzia!“, rief der Pöbel, „Lass uns all unser Habe verkaufen, um sie vom Himmel zu holen.“
Gesagt, getan. Mit nichts als ihrer Unterwäsche auf dem Körper, dafür mit einen Flugabwehrgeschütz auf dem Marktplatz, standen sie da und warteten.
Und da kam schon die Flugzeuge. Sie schossen eines nach dem anderen vom Himmel, bis das Geschütz leer war.
„Hey!“, rief einer plötzlich, „Das waren ja nur Modellflugzeuge!“
Der Mob explodierte vor Wut. Mit Fäusten bewaffnet, stürmten sie bis zur Mauer. Dort trampelten sie sich gegenseitig tot und bauten aus den Leichen eine Treppe mit der sie dann die Mauer erstürmten. Sie sahen rot, als sie die ersten der Intelligenzia entdeckten. Wie Stiere stürmten sie auf diese zu und fielen tot um.
Denn die Intelligenzia hatte Waffen in der Hand, sie hatten nur auf diese Trottel gewartet. Proletarierer für Proletarierer starb im Kugelhagel bis zum Schluss nur noch deren frierenden Kindern blieben. Diese warteten verzweifelt und mutterseelenallein vor dem mächtigen Tor der Mauer. Auf einmal öffnete sich die Sichtluke und der alte Mann sprach zu ihnen:
„Wir Götter Nifhausen, geben euch Schutz und Kleidung, wenn ihr uns dient.“
„Wo sind unsere Eltern?“, fragte ein Kind.
„Tot durch unsere furchtbare Rache. Sie wollten uns nicht dienen.“
Die Kinder stimmten aus Ehrfurcht zu und verehrte die Intelligenzia wie Götter. Zwar widerstrebte es einigen der Intelligenzia, aber diese List trug zum allgemeinen Wohlstand bei. Nun erwachsen, beteten die Kinder noch immer zu dem Tor. Und erhielten Antworten, wie sie am besten ihr Leben bewältigen konnten. Die Felder gediehen dank dieser Hilfe so prächtig, dass die neuen Proletarierer ihren Zehnten mit Freuden der Intelligenzia erbrachten.
Bald wurde die Mauer zum Tor zu einen Tempel umgebaut und Mitglieder der Intelligenzia als Priester verehrt.

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