Freundschaft


Es war ein kleiner Junge, der am Wegrand mit einer Plastikflaschenrakete spielte. Sie zischte, sie schlitterte durch den Schnee. Der Junge war glücklich, weil seine neue Formel funktionierte.
Das war der Zeitpunkt, wo drei Hipster-Jugendliche ihn sahen. Es wurmte sie, dass dieser kleine Knilch sie schon jetzt übertraf. Was würde er erst in zehn Jahren machen?
Den musste man eindeutig eine Abreibung erteilen. Der Junge erkannte sofort und rannte um sein Leben. Doch die düster grinsende Jugendlichen kamen immer näher. Plötzlich lief er in etwas weiches, ein Mädchen.
„Keine Angst, Kleiner. Ich hab dich vorher gesehen.“, flüsterte sie ihm sanft zu und nahm seine Flasche mit der Raketenflüssigkeit.
„Ich hoffe nur sie taugt was.“, seelenruhig schüttete sie die Flüssigkeit in ihre leere Trinkflasche und steckte einen Stock hinein. Die Jugendlichen waren mittlerweile fast da. Das Mädchen legte an und zielte.
„Ey stell dich nicht in unseren Weg, Hübsche.“, pöbelte einer der Jugendlichen.
Die Flasche schoss einen der Jugendlichen mitten durch die Brust. Ungläubig wankend, langsam realisierend, dass seine Zeit abgelaufen war, wankte er noch zwei Schritte, bevor er mausetot zu Boden stürzte. Die anderen Jugendlichen begannen schreiend zu rennen.
„Hier, hast du wieder.“, das Mädchen gab dem Jungen seine Flüssigkeit wieder, „Es ist immer gut einen guten Freund zu haben.“
Die beiden wurden von dem Augenblick an unzertrennliche Freunde. Während andere Kinder Fußball spielten, bauten sie an Raketen und ritten auf Roboterpferden durch die Nacht.

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