Der Bäcker ohne Brötchen


Es war einmal ein reicher Bäcker. Er besaß eine riesige Bäckerei und war weltbekannt für seine Brötchen. Einen Sohn hatte er, einen fleißigen Schüler, Studenten und bald fähigen Geschäftsmann.
Hand in Hand erwirtschafteten sie sich Millionen.
Bis zum traurigen Tag als der Vater starb…

Der Sohn erbte, voll Vorfreude an einen boomenden Geschäft. Und die Kunden kamen. Aßen bei ihm mit Genuss. Doch sein Geschäftsinstinkt sagte ihn, es sei nicht genug.
So bot er zusätzlich edle Schokoladen an, die weggingen wie seine warme Semmeln.
Zu seinem eigenen Unglück war der Profit ihm immer noch nicht groß genug und so erweiterte er sein Sortiment um Haushaltsmittel. Immer mehr und mehr, bis ihm keine Zeit mehr zum Backen blieb.

Zuerst waren noch immer viele staunende Kunden in seiner Bäckerei. Doch es wurden immer weniger. Nach ein paar Jahren konnte er seine Besucher an der Hand abzählen, Ausnahme eine Touristengruppe verirrte sich zu seinem Geschäft.
Die Einnahmen sanken dramatisch. Zum ersten mal im negativen Bereich. Doch er ließ sich nicht beirren. Immer größer wurde sein Sortiment.
Gegenüber eröffnete eine andere Bäckerei.
Und die Kunden blieben fast ganz weg, nur ein paar neugierige Touristen kamen noch zu ihm.
Die Einnahmen fielen fast auf 0. Nur das angesparte Geld half ihm solvent zu bleiben.
Eines Tages kamen zwei Journalisten vorbei, die ihn nach allerhand fragten, auch seinem Geschäftsmodell.
„Stimmt es, dass Sie keine Brötchen mehr backen?“, fragte einer der Journalisten.
„Ja. Ich hab keine Zeit mehr dazu. Das Sortiment will erweitert werden.“

Zwei Tage passierte nichts, dann auf einmal war der Laden voll,
mit Schaulustigen, die nichts zahlten, die nichts nutzten.
Immer wieder wurde er gefragt, ob er wirklich keine Brötchen mehr backen würde.
Einer der Schaulustigen, setzte dem die Krone auf:
Er kam mit einem Brötchen, von dem Bäcker gegenüber, zu ihm.

Eines war klar: Die Journalisten waren schuld und der gegenüberliegende Bäcker, der Konkurrent.
Klagen würde helfen, niemand würde seinen Genius in Frage stellen.
Der Bäcker setzte sich an seinen Schreibtisch,
seine Füller war bereit, die ruinösen Klagen zu schreiben,
seine Gedanken voller Rache,
als sein Blick auf einen angestaubten Ordner fiel.
Geschäftsgeheimnisse, die Rezepte für die Brötchen.
Als ein Strahl der Erkenntnis sein Gehirn durchfuhr.
Er wollte Brötchen backen…
er brauchte Gehilfen…

Die konkurrierende Bäckerei schloss, wie vereinbart. Die Einnahmen waren so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Und Brötchen aus seiner Bäckerei Verkaufsschlager. Sollte…
Sein Konkurrent oder besser gesagt Mitarbeiter schlug ihm kräftig auf die Schulter.
„Komm jetzt. Sinniere nicht über Finanzen. Die Brötchen…“

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Eine Antwort zu “Der Bäcker ohne Brötchen

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