Meine Tyrannei oder Der Aufstieg des Tyrannen


Der Aufstieg des Tyrannen

Meine Tyrannei

Von Nebeln verborgen
von Sorgen umhüllt
von Unmut geborgen,
liegt die Wahrheit
der komplexen Welt.
Viel tiefer als Wirtschaft,
Recht und Geld.
Und die Nebel,
sie ziehen zu,
legen wahre Werte
in tiefste Ruh.
Die Menschlein sie trubeln,
schuften und sinnen,
im esoterischen Sinn.
Die Wahrheit scheidet langsam hin
Das Böse erwachte
und Feuer entfachte.
Doch niemand will sehen
und noch viel weniger:
verstehen
Doch ich erwachte
sehend und verstehend.
Das Böse mich achtet
und Macht mir verpachtet.
Und wenn sie erst erkennen,
dann werden sie rennen
in schreienden Wogen
doch der überbogene Bogen
er lässt sich nicht retten
die Welt liegt in Ketten.

Der müde Rebell

Ich sehe die Nebel,
mit drohenden Schweifen
die Warheit verhüllen,
die Gehirne entreifen
von Wahnsinn erfüllen.
Ich sehe die Menschen,
sie vegetieren dahin
wie Tiere
im Schlachthaus.
Wahrheit ist verpönt,
niemand will’s wissen.
Man lieber löhnt,
und stöhnt und ächzt
und sagt:
die Ausländer war’s.
Ich würde kämpfen,
doch müde bin ich,
von Spott und Hohn
als Lohn.
Ich fühle im Herz,
nur bittere Ohnmacht.
Ich werde nicht mehr wachen,
ich werde nur lachen.
An des Tyrannen Thron
soll schallen mein Hohn.

Des Menschen letzte Tage

Rebell: Der Mensch ist ein Sklave
Tyrann: und ehret den Schlachter
Rebell: Er machte aus uns
Rebell: zwei Menschenverachter
Rebell: Doch nun geht’s vorbei
Tyrann: Wie ein Traum
Tyrann: der erlischt
Rebell: Oh, sieh hinab
Rebell: im Inkubatorraum!
Tyrann: Es sich erhebt
Rebell: die neue Art!
Tyrann: Schön anzuschauen
Rebell: und infektiös.
Rebell: Dem Menschen wird’s grauen
Rebell: Denn er wird enden
Rebell: durch seine Lenden.

version 2

Biest


Moderne Kurzgeschichten – eine Szene, nur eine Szene. Wie soll ich damit anfangen? Ok.
Es war eine wunderschöne Blumenwiese. Die Blumen rauchten im Wind. Sonnenblumen streckten ihr Hälse nach der warmen Sonne.
Wie langweilig, vor allem so simple. Ich bevorzuge Kurzgeschichten mit Handlung. Ich könnte aus meinen Erlebnisrepertoire schöpfen. Nun aber zurück.
Und auf der Blumenwiese da stand ein blühender Apfelbaum. Darunter lag ein Pärchen, das von der verbotenen Frucht kostete.
Und da kroch leise zischelnd die Schlang aus ihrem herrlichen Baumwipfelversteck. Die beiden Liebenden waren zu sehr abgelenkt, als die Schlange, hübsch geringelt, zu bemerken, die unter der abgestreiften Kleidung Richtung ihrer nackter Haut kroch. Es waren zwei Bisse und –
Nein, zu viel Handlung! Außerdem passt das nicht in Schema F des Herzschmerzes. Das Liebespaar muss sich trennen.
Da lag also das Liebespaar unter den Baum, die Schlange schaute zischelnd vom Wipfel zu, ohne sich herabzulassen, als der Mann seiner Geliebten anvertraute, dass er in wenigen Tagen an Krebs sterben würde. In ihrer Not schaute die schöne Frau empor und entdeckte die gefährlich glänzende Schlange unter den Blütentraum. Sie sagte zu ihren Geliebten: „Wir gehen gemeinsam.“ und die Schlange biss beide.
Nein, wieder zu viel Handlung. Wo ist die gute alte Kurzgeschichte mit Handlung? Ich möchte keine Szene voller Zärtlichkeiten, ich will Blut! Ich will Edgar Allan Poe!
Zärtlich liebkost mein Skalpell die Brust meines Opfers und hinterlässt eine blutige Spur. Das Opfer schreit und zappelt. Ich stoße mein Messer tiefer. Ach da vergaß ich glatt. Musste es nicht bei Edgar Allan Poe einen besonderen Anlass zum Mord geben? Ja, mein Hunger war kein guter Anlass nach Poe. Es musste was Verrücktes sein.
Es war das abstoßendes Überlegenheitsgefühl meines Opfers, ja das musste es gewesen sein. Es rühmte seine Art, den Menschen, mit Taten von brillianten Denkern. Doch hielten die Denker, aus Angst vor dem Missbrauch ihrer Arbeit, ihr Wissen geheim. Alles nur wegen Menschen wie meinem Opfer…
Ich stoße mein Messer in die Brust meines zappelndes Opfers. Und nochmal Ah, schön wie das warme Blut meine nackten Knie, Füße liebkost. Dann, vorsichtig, schneide ich ein Loch in die Brust, stemme sie ein Stück weit mit meinen blutverschmierten Händen auf und greife mir, das noch immer pochende, Herz. Es leckt aus mehreren Stellen, mehr als nur die abgerissenen Venen, ich muss aufpassen, dass ich meine Kleidung nicht dreckig mache. Blut spritzt als ich in die verbotene Frucht des Lebens beiße.
Ein nachdenkender Kannibale, der sein Opfer frisst – eine perfekte Szene für eine moderne Kurzgeschichte.

End

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Werwolfliebe


Der Morgen
so blutig rot von gestriger Jagd
Wie ein Kapitalist nach Liebe
so fand nur Blut
Die Seelen,
sie schrien
als ich sie ermordet, ermeuchelt
entgegen den Menschen
kein Mitleid geheuchelt.
So komm mit mir
aus dem finsteren Tal
empfang blutige Freude
statt ewiger Qual.

(aus einer noch unfertigen Werwolfgeschichte)