Im Schwarm


Wir waren umzingelt, zu dritt gegen eine Übermacht von zehn und später mehr. Überall sirrte es gefährlich. Schlafen war nicht mehr möglich, denn sobald es dunkel wurde, kamen sie aus ihren Versteck und piesackten uns mit ihren Piken, um unser Blut zu trinken. So standen wir jeden Morgen zerschunden auf.
Zunächst versuchten wir, uns vor ihnen zu verstecken, doch kein Entrinnen war möglich. Es wurden immer nur mehr, sodass wir nun zwanzig oder mehr blutrünstigen und heimtückischen Feinden gegenüberstanden. Wir hatten keine Netze, um sie abzufangen, deshalb war jetzt klar, dass wir kämpfen mussten. Keine Gnade durfte unsere Herzen erweichen, vor allem nicht, weil wir komplett unbewaffnet waren, denn jede falsche Bewegung würde unsere Feinde aufscheuchen und unseren Angriff ins Leere verpuffen lassen.
Diese bittere Lektion lernte ich am ersten Tag. Ich wollte mir nicht die Hände schmutzig machen, zögerte, ließ so den Feind entkommen.
Doch ich hatte Glück, er ließ sich nur wenige Meter entfernt nieder. Um genau zu sein, es war eine sie. Doch viel Feminines hatte sie nicht mehr. Sie hatte sich mit einem schwarzen Chitin-Kampfpanzer bewehrt, aus dem eine gigantische Pike herausragte. Man würde meinen, sie wäre schwerfällig gewesen, doch ihre zarten Beine sprachen eine ganz andere Sprache. Sie trippelte kurz mit ihren Beinen, bevor sie sich auf mich stürzte, doch ich holte aus und schlug zu. Voller Erfolg, ihr Gehirn wurde regelrecht zerfetzt.
Wütend stürzte sich eine Kameradin der Toten auf mich, doch meine Hände waren im Blutrausch. Blut spritzte hier, Blut spritzte da. Erst jetzt erkannte ich, dass wir einer Armee von Frauen entgegenstanden. Schade, dass wir kein Netz hatten, wir hätten mit den Bestien Experimente angestellt, die ganz Afrika glücklich gemacht hätten.
Meine Kameraden gingen nun auch zum Angriff über.
Am ersten Tag unserer Gegenoffensive konnten wir so sieben dieser… Monster ausschalten. In der Nacht nochmal drei.
Am zweiten Tag hatten sich unsere Feinde besser versteckt. Dennoch schafften wir es, fünf umzubringen. Wir dachten schon, wir hätten das Areal gesichert, als sie in der Nacht aus allen Ritzen krochen. Dennoch schafften wir es, sie abzuwehren und ins Jenseits zu überführen. Wir wissen allerdings nicht ob die Fünf die Letzten waren, denn endlich konnten wir das gefährliche Terrain hinter uns lassen.

Wir brauchten nach unserem Abzug noch ein paar Tage, um die Stiche dieser heimtückischen Furien auzukurieren.

Ende

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Die Treppe


Der Schüler K. stieg eine Treppe hinauf. Schon bei den ersten Stufen wankte er leicht unter dem Gewicht seines Schulranzens. Je höher er stieg desto schwerer wurde ihm der Ranzen. Als er die Hälfte der Treppe erreichte, hörte man ihn rufen, dass Treppe endlos sei, doch man befahl ihn weiterzugehen. Sein Tritt wurde gegen Ende der Treppe immer unsicherer. Auf die letzte Stufe trat er mit der Hälfte seines Schuhs auf. Das Gewicht des Schulranzen ließ ihn die Treppe hinabstürzen. Am Treppenanfang verstarb der Schüler augenblicklich an einem gebrochenen Genick.

Ende

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