Der Waffenhändler


Fröhlich ölte Waffenhändler Schmidt seine Uzis. Jagdgewehre hatte er nicht vorrätig, denn sie entsprachen nicht seiner Gesinnung. Menschen sollten sterben, nicht arme Tiere. Und so war es auch an jenen Tag. Eine Gruppe halbstarker Maskierter stürmte den Laden. Sie bedrohten ihn mit gestrig gekauften Waffen. Es störte ihn nicht, im Gegensatz zu den Demonstrationen gegen seine Spielzeuge. Die Demonstranten waren einfach nicht reif genug, um zu verstehen, dass ihr gefordertes Verbot noch mehr Elend über die Welt brachte.
„Hände hoch! Wird’s bald!“, schrie der Anführer der Rasselbande wütend.
„Was sind eure Pläne?“, entgegnete er gelassen den Maskierten ohne der Aufforderung nachzukommen.
„Was? Ich habe mich wohl verhört.“, der Anführer zitterte. Sein Finger am Abzug zuckte.
„Na los drück ab, dann können wir endlich ins Geschäft kommen..“
Der Abzug beute sich bis zum Point-of-no-return. Die Kugel flog und verschwand in seinen Körper. Kein Kratzer.
„Ihr sagt mir euren Plan und ich gebe euch die passende Waffe dafür.“, wiederholte er sein Anliegen
„Wer sagt, dass Sie uns nicht verraten?“
„Sehe ich so aus als würde ich Menschen lieben?“, brüllte Schmidt und sprang mit einen Salto über die Theke, um den Sprecher auf den Boden festzunageln. Die anderen Maskierten schauten geschockt zu. Sie machten sich nicht die Mühe ihre Waffen abzufeuern.
„Wir wollen einen Geldtransporter ausrauben. Wir haben einen todsicheren Plan.“, antwortete der am Boden liegende Jugendliche zitternd.
„Vergesst den Geldtransporter, nehmt eine Bank. Kommt mit ich habe das perfekte Werkzeug dafür. Wehe euch wenn ihr mich verratet.“
Die Jugendlichen nickten beklommen. Er führte sie in seine Lagerhalle. Alle erfolgreichen Geschäfte liefen im Lagerraum. Diesmal wären die Jugendlichen mit der Seelenpistole gut bedient. Langsam kamen sie ihr näher. Einer der Jugendlichen schrie erschrocken auf als er einen von den toten Verräter sah, die die Polizei rufen wollten. Es war eine Frau, die mit Waffen Bürgerrechte für potentielle Terroristen durchsetzen wollte. Sie wollte nachdem sie die Waffe sah, die er für sie ausgesucht hatte, aussteigen und die Polizei rufen. Er hatte ihr noch einmal versucht zu erklären, dass Verrat bei ihm mit den Tod bestraft wird, aber sie wollte nicht hören. Immer diese selbsternannten Moralapostel.
„Verräter werden umgebracht.“, erklärte er beim Vorbeigehen.
„Aber wie? Ich sehe keine Schusswunden.“
Der Jugendliche sackte kraftlos zusammen. Die Anderen schauten Schmidt entsetzt an.
„Sehe ich so aus als töte ich meine Kunden wegen einer Frage?“
Der am Boden liegende Halbstarke stand stöhnend wieder auf und ächzte: „Welche Waffe passt zu uns?“
„Die Seelenpistole. Eine herrliche Waffe, die im Gegensatz zu ihren heutigen Vertretern, nicht tötet, sondern den Körper übernimmt. Ihr habt damit solange ihr wollt die Kontrolle über eine oder mehrere Personen. Perfekt oder? Ein infizierter Angestellter gibt euch die Goldbarren, das Geld oder was immer ihr wünscht.“
Der Jugendliche schluckte kurz, flüsterte unhörbar für das menschliche Gehör: „Ich brauch doch nur ein bisschen Geld. Bitte Gott lass mich da wieder heil rauskommen.“
„Du kommst heil raus, Junge. Keine Angst. Nach deiner Tat hast du einfach mehr Geld und niemand wird dich strafen..“
„Ok, ich bin dabei.“, hielt dann kurz inne, „Hey Sie können meine Gedanken lesen.“
„Nein, nur ein gutes Gehör. Ihr könnt es aber gleich.“
Schmidt drückte jeden von ihnen eine Seelenpistole in die Hand.
„Schießt damit auf mich.“, verlangte er, die Jugendlichen taten es. Eine mentale Verbindung wurde zwischen ihnen aufgebaut. Die Jugendlichen zeigten sich erst begeistert von der Möglichkeit ihn zu steuern, dann überwältigte sie die Gedankenlesefunktion des Apparats. Sie schauten Lebensdaten, Waffensortiment und Lebensphilosophie nach. Natürlich hatte er Vorsorge gegen den Zugriff auf Geheimnisse getarnt. Sein Lebenslauf – eine einzige Lüge, aber man durfte seinen Kunden bei einer solchen Waffe keine sichtbaren Schranken setzen.
„Wie kommt es, dass Sie so freizügig mit Ihren Gedanken sind?“
Der Junge war echt klug. Schmidt entschied sich für die Wahrheit.
„Indem ich lüge. Auch ich habe meine Geheimnisse. Aber glaubt nicht, dass ein Normalsterblicher diese vor eurer Waffe bewahren kann.“
„Was sind Sie?“
Die Frage traf ihn. Immer freundlich bleiben, immer pseudooffen sein, aber jetzt musste er Schranken setzen. Aber soviel Neugier, soviel Intelligenz. Man sollte es ihm nicht verwehren.
„Wenn du es wissen willst, arbeite bei mir.“
„Nach dem Überfall, Meister.“
Schmidt grinste. Der Junge wusste viel. Und er war auf seiner Seite. Schmidt führte die Jungen zurück in den Verkaufsbereich. Mittlerweile hatte sich eine kleine Schlange gebildet.
„Was fällt Ihnen ein Kindern Waffen zu verkaufen?“, regte sich ein Herr auf.
„Ich regle das gleich.“, rief er der Gruppe hinterher.
„Wiedersehen. Ich komme, versprochen. Schließlich kann ich Sie nicht einsam zurücklassen.“
Der Junge würde alles erfahren. Es war ein Frevel ihn zu vertreiben, wie es die Menschen taten. Tränen rollten über sein Gesicht. Eine völlig neue Erfahrung.
„Und Sie weinen der Bande Kleinkrimineller hinterher?“, brüllte der wartende Mann erbost. Schmidt ließ ihn vergessen.
„Ich bräuchte bitte ein gutes Jagdgewehr. Welches können Sie mir empfehlen? Geld spielt keine Rolle.“
Jugendliche kicherten verhalten in der Warteschlange.
„Tut mir Leid. Ich verkaufe keine Jagdgewehre.“
„Seltsamer Laden.“, fluchte der Mann beim Weggehen. Wenn der wüsste .. , würde der es auch nicht verstehen.
„Für mich bitte eine AK-47. Haben Sie vielleicht auch noch eine Atomrakete?“
Das hatte er vorrätig.

Nach dem anstrengenden, aber erfolgreichen Arbeitstag, schaltete er den Fernseher an und begann sein Bett für den Jungen vorzubereiten. Er hatte es nur als Tarnung aufgebaut. In Wirklichkeit schlief er auf dem angenehm kalten Boden, wenn er denn überhaupt schlief.
„Achtung! Eilmeldung! Die Angestellten der hiesigen Geldlerbut-Bank schenkte den Kunden Geld in Milliardenhöhe und beschossen die Polizei als diese kam. Einer von ihnen konnte lebendig überwältigt werden. Seitdem schreibt er mit seinen Blut an die Zellenwände: „Für Sie, Meister.“ Es scheint sich hierbei um eine neuartige Psychowaffe zu handeln.“
Schmidt lächelte. Sein Schüler schien ihn zu verehren. Was war dieser eigentlich?
Es klopfte leise an die Ladentür. Wollte er heute schon kommen? Er rannte hinab, öffnete die Tür und fand seinen Schüler vor – diesmal unmaskiert. Narben zierten sein Gesicht, zwei davon waren frisch. Wie konnten es die Menschen wagen?
„Ich habe all meine Schulden beglichen, mich von meinen wenigen Freunden verabschiedet und bin bereit zu dienen.“, strahlte dieser mit ernsten Gesicht.
„Was bist du eigentlich?“
„Mensch, man kann sich seine Eltern leider nicht aussuchen. Menschen hassen mich, ich hasse sie, Meister.“
Der Junge war eine verworfene Perle. Was waren Menschen doch für Idioten!
„Ich auch und verkaufe deshalb Waffen.“
Endlich konnte er mal ehrlich sein. Und das gegenüber einen Menschen.
„Können Sie mich erlösen?“
Ja das konnte er. Er legte seine Hand auf die Stirn seines Schülers und begann die Menschlichkeit auszusaugen. Viel Menschlichkeit war nicht in seinen Adepten drin, fast alles ersetzt durch Schmerz und Hass. Dessen zahlreichen physischen und psychischen Narben heilten.

Ende

Unersichtliche Anspielung: Geldlerbut-Bank – Blutgelder-Bank
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